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newmami0815

11.01.2010,
21:24 Uhr
 

Ich brauche mal euren Rat (Welpen Junghunde)

Hallo zusammen,

ich habe mich eben hier angemeldet, weil ich seit etwa 4 Wochen einen Parson Russell Terrier habe. Tommy ist jetzt etwa ein halbes Jahr alt und hat anscheindend eine schreckliche Vergangenheit hinter sich. Egal, wer die Wohnung betritt - Tommy rastet aus. Mal mehr, mal weniger lautstark. Er knurrt, bellt und neulich hat er sich vor Angst "in die Hose" gemacht. Nun ja, dass er das Theater aus Angst macht, wissen wir nun. Aber habe ich eine Chance, ihm das abzugewöhnen? Ich hatte schon einige Hunde, aber nie einen Terrier.
Die zweite Sache ist, dass er jedes Mal losbellt und knurrt, wenn die Nachbarn sich in der Wohnung gegenüber bewegen oder sonst irgendwas im Haus sich regt. So langsam verzweifle ich daran. Auf "aus" reagiert er in solchen Momenten nicht, auch wenn er bisher schon einige Kommandos erlernt hat. Das Bellen ist teilweise so laut, dass mir nachts schon so einige Male fast das Herz stehen geblieben wäre. Das geht so nicht weiter. Wir wollen in 3 Monaten umziehen und ein lautstarker Hund ist da fehl am Platze.

Allein lassen kann man Tommy auch nicht. Nicht einmal für 5 Minuten. Wir mussten letztens dringend weg und haben ihn daheim gelassen. Die Vorbesitzer meinten, er kennt das bereits. Nun ja, wir haben Tommy durch die gesamte Stadt bellen hören. Er flippt richtig aus. Klar kann ich versuchen, ihm das schrittweise beizubringen, aber er lässt sich nicht einmal von meinem Freund beruhigen, wenn ich mal 20 Minuten den Hausflur putze oder zur Tankstelle muss. Er ist so auf mich fixiert, dass ich gar nicht weg kann.

Habt ihr ein paar Tipps, was ich tun kann? Ich will ihn nicht abgeben müssen, aber mit der Lautstärke wird er keinem Vermieter in den Kram passen und den anderen Mietern mit Sicherheit auch nicht.

Liebe Grüße

Teddy

E-Mail

Wiesbaden,
13.01.2010,
20:11 Uhr

@ newmami0815

Ich brauche mal euren Rat

Guten Abend, Dosenöffnerin von Tommy!

Zuerst mal die gute Nachricht: das "Problem" ist lösbar!
Da gibt es so Ansätze wie:
- Positive Erfahrungen
- Gewöhnen ans Alleinsein
- Gewöhnen an den Lärm der Nachbarwohnung
alles erfordet allerdings viel Geduld und Kreativität.
Sie hatten schon andere Hunde, denken Sie nicht, Terrier seien anders gestrickt. Glauben Sie an Ihre inzwischen gewonnene Intuition mit Hunden.

Mein letzter "Lehrling" hier hat mir den Feinschliff im Beobachten und (daraufhin) manipulieren gegeben.

Beobachten Sie Tommy genau (macht er schließlich auch mit Ihnen), insbesondere wie er auf Ihre Handlungen reagiert. Schon ein Blick von Ihnen kann eine Reaktion bei ihm auslösen, seien Sie sich dessen bewußt und setzten Sie es ein.

Nutzen Sie Ihren Informationsvorteil und üben Sie mit "gestellten" Situationen, beispielsweise ist er gerade intensiv mit Ihnen am spielen, während der Nachbar vereinbart "Lärm" macht. Sie müssen die Situation "abfangen", bevor sie eskaliert. Dann merkt Tommy, daß seine "Aufregung" überflüssig ist.

Geben Sie Befehl nur, wenn die Chance besteht, daß er sie ausführt und wiederholen Sie NIE einen Befehl.

Zu guter Letzt, Herr Schmidt-Kort, den Sie auf der Terrierseite finden können, hat hier im Forum einige sehr fundierte Beiträge geschrieben - hoffen Sie, daß er bei Ihnen in der Nähe ist und kontakten Sie ihn!

Nicht die Hoffnung aufgeben und viel Erfolg!
Teddy.

P.S.: Damit Sie nicht lange suchen müssen:www.terrier.de/home/hundeschule/schmidt-kort.php

Buffy2001

B-W,
13.01.2010,
20:15 Uhr

@ newmami0815

Ich brauche mal euren Rat

Hallole,

ich möchte Euch bitten - dass euch einen erfahrene/n Hundetrainer/in zur Hilfe und Unterstützung zu holen.

Auch deshalb - weil pinkeln / tröpfeln nicht unbedingt ein Angstzeichen sein muss (mein Neuzugang pinkelte aus Protest - hatte ich aber schnell im Griff).

Das das übermässige Bellen nicht zu aktzepieren ist - kann ich verstehen - doch das muss in andere Bahnen gelenkt werden.

JRT sind sehr agile Hunde - die beschäftigt werden möchten - wenn ihr im keine Aufgabe gebt - wird er sich eine Beschäftigung suchen und sei es das anzeigen von Geräuschen im Haus.

Ihr braucht schnelle Hilfe - persönlich würde ich definitiv einen Trainer/in holen.

Alles Gute u. viel Erfolg herzliche Grüße Petra u. die Zwei

newmami0815

14.01.2010,
20:27 Uhr

@ Buffy2001

Ich brauche mal euren Rat

Hallo zusammen,

danke schonmal für eure Tipps. Wir ziehen im April um und werden uns dort an eine kompetente Hundeschule wenden. Dass JRT aktiv sind, war mir bewusst. Allerdings fällt jede Art von Leistungssport ebenso flach, wie ausgiebige Spaziergänge im Sommer. Wir waren heute mit Tommy beim TA und es wurde ein schwerer, angeborener Herzklappenfehler diagnostiziert. Vorerst ist keine Behandlung notwendig. Wir müssen Tommy aber besonders im Sommer, wenn das Herz durch die Hitze stärker belastet wird, intensiv beobachten. Ich werde mit ihm alle 3 Monate, wenn er sowieso entwurmt werden muss, zu einem Tierarzt gehen und sein Herz kontrollieren lassen. In den kommenden Jahren werden wohl größere Untersuchungen, wie ein EKG und so weiter, notwendig und mit Pech benötigt Tommy in naher Zukunft Herztabletten. Ich will, dass er ein möglichst schönes und langes Leben hat. Leider habenn wir ihn nicht direkt vom Züchter. Die Besitzer vor uns hatten ihn und seinen Bruder nur einen Tag. Angeblich ist die Tochter allergisch und sie mussten die beiden deshalb abgeben. So langsam glaube ich nicht mehr dran. Wahrscheinlich haben auch sie feststellen müssen, dass Tommy ebenso wie sein Bruder vom ach so seriösen Züchter nur als "Zuchtabfall" behandelt wurden und man sie dementsprechend misshandelt hat. Beide waren voller Flöhe und haben Würmer, sind ängstlich- aggressiv und wahrscheinlich hat auch sein Bruder ein Herzleiden. Ein Glück, dass ich beide Hunde da rausgeholt habe. Meine Freundin hat Tommys Bruder und ich werde sie noch heute darüber informieren, was wir erfahren mussten.

Liebe Grüße an euch.

:O)

Teddy

E-Mail

Wiesbaden,
15.01.2010,
17:21 Uhr

@ newmami0815

Ich brauche mal euren Rat

Das ist ja bedauerlich mit dem Herzfehler. Ein Grund mehr, sich um die "Erziehung" zu kümmern, weil derzeit das Alleingelassenwerden" für ihn der pure Streß ist und dieser zu Herzen geht...

Sie sollten nicht bis April mit der Lösung warten. Die neue Umgebung ist so eine Art Resetmöglichkeit, alles neu - auch die Regeln.

Nur wenn Sie sich vorher nicht informieren und genau erfahren, was Sie in der neuen Umgebung anders machen sollen, ziehen die Probleme mit um.

Nutzen Sie die Chance, die sich durch den Umzug bietet - bereiten Sie ihn dementsprechend vor: jetzt jemanden vor Ort suchen!

Viel Erfolg!
Teddy

newmami0815

18.01.2010,
21:00 Uhr

@ Teddy

Ich brauche mal euren Rat

Hallo Teddy!

Ich glaube, du hast Recht. Am Freitag kommt eine fachkundige Tiertrainerin und Verhaltenstherapeutin zu uns nach Hause, die sich etwa 3 Stunden Zeit nehmen wird, um sich mit uns und Tommy auseinander zu setzen und uns zu helfen, den Probleme entgegen zu wirken. Wir haben beschlossen, jetzt gleich in Tommys Zukunft zu investieren, um Stress von ihm fernzuhalten und das Zusammenleben allgemein stressfreier zu machen. Ich bin gespannt, was da am Freitag auf uns zukommt und ob die 70 Euro gut angelegt sind. Ich bin jedenfalls nicht bereit, Tommy herzugeben. Die Nachbarn hier haben sich heute beim Vermieter beschwert und der stand prompt vor der Tür. Dabei lassen wir den Hund gar nicht mehr allein und beruhigen ihn immer gleich, wenn er anschlägt. Leute gibt es... Nun ja, der Vermieter mag Tommy trotzdem. Ein Glück! Trotz alledem wollen wir die Altlasten hinter uns lassen und einen bellfreien und nicht mehr ängstlichen Tommy mit ins neue Heim nehmen, damit sich niemand mehr beschwert und wir ihn behalten können.

Liebe Grüße an alle :D

silkiesffm

20.02.2010,
13:07 Uhr

@ newmami0815

Ich brauche mal euren Rat

Also bei einem schweren angeborenen Herzfehler würde ich mit einer genaueren Untersuchung keinesfalls bis irgendwann später warten! Und erst recht würde ich nicht zu irgendeiner "normalen" Kleintierklinik gehen. Leider habe ich zumindest eben auf die schnelle nicht erkennen können, woher du kommst. Also jetzt nur aus meiner Erfahrung: Unsere Haustierärztin hatte bei meinem Hund ein Herzgeräusch festgestellt, von Klappenfehler gesprochen und wollte deshalb Lanitop geben. Da ich nun selbst keine Herzmedikamente nehmen würde, nur weil der Hausarzt das mal abgehört hatte, bin ich hier in Frankfurt in die Tierklinik gefahren, habe ein EKG und Ultraschall machen lassen, heraus kam eine Behandlung mit Ramipril, später auch Furosemid. Schon da war also das Ergebnis ein ganz anderes! Leider erst sehr spät, nach der ersten Bewusstlosigkeit (allerdings auch Jahre später, also keine Panik!), bin ich in die Uniklinik nach Gießen gefahren. Und da taten sich in der Gründlichkeit der Untersuchungen sowie dem dahinter stehenden Fachwissen nochmals ganz neue Welten auf! Und mit dieser Erfahrung stehe ich keinesfalls allein da; eine Freundin zum Beispiel hätte ihren Bordercollie mit einem guten Jahr fast verloren, weil der Haustierarzt den Herzfehler nicht richtig diagnostiziert hatte und von einem Klappenfehler ausging, wo in Wirklichkeit ein persistierender Ductus arteriosus vorlag, der dringendst operiert werden musste... (Der Hund wurde dann in Gießen notoperiert und ist inzwischen 5 Jahre alt)

Mein Rat wäre, möglichst bald dorthin zu fahren, wenn das vom Wohnort aus möglich ist. (Für andere Gegenden Deutschlands weiß ich leider nicht, wer noch einen ähnlich guten Ruf hat, da müsste man mal nachforschen.) Fakt ist jedenfalls, dass bei einer Herzschwäche möglichst frühzeitig mit Medikamenten entlastet werden sollte; je mehr das angegriffene Herz leisten muss, um so schneller schreitet die Erkrankung voran!!!

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