TERRIER.DE : RASSEPORTRAITS : ALLGEMEINES

Der Terrier - Allgemeines

Herkunft und Geschichte

Das Wort Terrier kommt vom lateinischen terra=Erde und bezieht sich auf die Fähigkeit dieser Jagdhunde. Während Spürhunde, wie z.B. die französischen Bassets, eher ruhige, bedächtige Gesellen sind, sind die Terrier wüste Draufgänger. Sie überlegen nicht lange, beißen im Kampf gegen den wehrhaften Fuchs und Dachs gezielt zu. Es erfordert schon eine gehörige Portion Mut, durch die engen dunklen Röhren mitten in die Kessel einzudringen und den Kampf auf Leben und Tod zu suchen.

Was für den einen Existenzkampf ist, ist für den anderen Sport oder gar Einnahmequelle. Die Terrier gehören zum Engländer wie der Tee, und zwar in allen Standesschichten.

Der schottische Schaffarmer, z.B., der auf kargem Boden sein bescheidenes Einkommen durch die Schafzucht verdient, braucht Terrier. Die Füchse setzen ihre Welpen genau zur Zeit des Lammens ab. In den abgelegen Regionen sind die Schafe oft auf sich allein gestellt und neugeborene Lämmer leichte Beute. Der Fuchs wird deshalb gnadenlos verfolgt. Weder die Hatz noch das Fell interessieren. In die Landschaft des Hochlandes graben Füchse keine Baue, sondern leben in den eiszeitlichen Steinhaufen oder Geröllhalden die mit Bäumen und Büschen verwachsen sind. Hier heißt es hinein und mit einem Biß dem Fuchs und seiner Familie den Garaus zu machen. Schafft de Hund das nicht, hat er keine Überlebenschance, und so mancher geliebte Vierbeiner hat nie mehr das Tageslicht erblickt. Keine Frage, nur die geschicktesten und härtesten Terrier gelangen zur Weiterzucht. Egal wie sie aussehen, nur sein Körperbau muß in jeden Fuchsgang passen.

Hat der Fuchs eine Fluchtmöglichkeit, so flieht er immer nach oben, wo die Jäger mit Hetzhunden warten.

Für die "Obere Gesellschaft", die der umstrittenen Fuchsjagd aus rein sportlichen Ambitionen nachgehen, ist der Terrier ebenfalls wichtiges Hilfsmittel. Er darf allerdings keinen Fuchs töten, noch nicht mal verletzten. Denn das würde die Fuchsjagd vorzeitig beenden. Gelingt es dem Fuchs, der Hundemeute zu entkommen, und unter der Erde zu verschwinden, kommen die Terrier zum Zuge. Früher wurden sie in Satteltaschen mitgenommen, heute fahren sie mit dem Jeep. Die Terrier müssen nun den Fuchs unversehrt heraustreiben, damit die Hatz weitergehen kann.

Den Bergarbeitern schließlich, die ein kärgliches Dasein fristeten, verhalfen die Terrier zum Sonntagsbraten mit einem gewilderten Kaninchen. Es gab Prämien für tote Ratten und andere Kleinräuber. Am Wochende lockten Wettgelder beim Hundekampf. Die Hunde wurden geliebt und teilten engsten Wohnraum mit ihren Familien.

Rauhe Schale - goldenes Herz

So entwickelten sich je nach Region, Klima, Lebensweise und Jagdbeute unterschiedliche Terriertypen, die alle eines gemein haben: eine rauhe Schale und ein goldenes Herz! Sie sind bis heute geblieben, was sie immer waren: echte Kumpel!

Ihre fröhliche Art, ihr liebenswertes Wesen, machten sie rasch zu beliebten Familienhunden. Manche wurden zu Modehunden, andere sind eher unbekannt geblieben. Alle passen sie hervorragend in unsere moderne Welt, sie finden Platz in jedem Auto und sind immer gut gelaunt und nehmen so schnell nichts krumm. Sie sind wachsam aber nicht aggressiv, kommen gut mit Kindern aus und meistern die Hektik unseres Lebens frohgemut. Ältere Menschen, die gerne spazierengehen, und sportliche Typen sind sie gleichermaßen fröhliche Begleiter. Das Terrierfell wird getrimmt und verliert deshalb nur wenig Haare.

Eines sind sie nicht: willige Untertanen ihrer Herren

Terrier sind nach wie vor Draufgänger, deren Vorfahren im ständigen Überlebenskampf nicht auf Hilfe des Menschen hoffen durften. Blinde Unterordnung paßt nicht in ihr Charakterbild. Auch wenn den meisten die "Schärfe" züchterisch im Laufe der Generationen fern von Fuchs und Dachs genommen wurde, so haben sie doch ihre Eigenständigkeit und ihren liebenswerten Dickkopf behalten. Wer sich ein wenig mit Hunden auskennt und selbst eine Persönlichkeit ist, hat mit dem Terrier kaum Probleme. Terrier sind klug, gelehrig und arbeitsfreudig. Ihrem Herrn zu Gefallen tun sie alles, wenn gerade nichts besseres ansteht. Da hat man es als Mensch manchmal nicht leicht, sich durchzusetzen. Aber einen guten Kumpel läßt der Terrier nie im Stich, und so versteht sich das Mensch-Hund-Gespann in aller Regel prima.

Solch ein selbständiger Hund, der zwar durch Dick und Dünn geht, aber seinem Menschen nicht jeden Wunsch von den Augen abliest, ist nicht jedermanns Sache. Man muß sich überlegen, ob man mit einem Hund leben will, der von seinem Rudelführer ständige Bewährung verlangt, um ihn ernst nehmen zu können. Schafft er das nicht, macht der Hund, was er will.

Terrier sind zwar Jagdhunde, aber keine jagenden Hunde. Von Hause aus sind sie an Wildfährten nicht sonderlich interessiert, können aber kaum an einem Mauseloch vorübergehen, ohne sich bis über die Ohren hineinzuwühlen. Ratten halten sich auch nicht lange auf dem Hof! Dennoch kann es vorkommen - gerade wenn sie zu mehreren sind - das sie einem aufspringenden Reh oder Kaninchen nachlaufen. Es ist nicht zu befürchten, daß sie etwas fangen, aber Abschuß und Straßenverkehr gefährden die Ausreißer. Deshalb ist ein wachsames Auge in wildreicher Gegend immer angebracht.