TERRIER.DE : TIERHEIM

Fissy - Tibet Terrier - 6 Jahre alt

Fissy Fellknäuel sucht Familie mit Hundeerfahrung

Fissy heißt eigentlich ?Fistik?. Nach unserer Recherche bedeutet dies auf türkisch ?Erdnuss? oder ?Pistazie? (Fissy wurde von ihren Vorbesitzern vor Jahren aus der Türkei mitgebracht). Da beide Nussarten jedoch nur wenig mit Fissy zu tun haben und der Name für deutsche Zungen zudem reichlich ungewöhnlich klingt, machten wir kurzerhand ?Fissy? daraus.

Obwohl Fissy 4 Jahre lang bei ihren Vorbesitzern gelebt hat, hatten sie es auf einmal offenbar sehr eilig, sie loszuwerden. Sie riefen eines abends um 22 Uhr auf der Notfall-Handynummer einer unserer Mitarbeiterinnen an und verlangten, die Hündin sofort ins Tierheim zu bringen! Da es sich in unseren Augen jedoch um keinen wirklichen Notfall handelte, mussten die Leute noch bis zum nächsten Tag warten.

Die erste Zeit im Tierheim war für Fissy sehr schlimm. Sie vermisste ihre Menschen schrecklich, fraß tagelang nichts und wollte nicht spazieren gehen. Wenn wir mit ihr Gassi gehen wollten, weigerte sie sich, mehr als auch nur ein paar Schritte vom Tierheim wegzugehen. Dafür umschwänzelte sie die vor dem Tierheim parkenden Autos und beobachtete hoffnungsvoll die heranfahrenden Fahrzeuge. Es war nur zu offensichtlich, dass sie ihre Besitzer erwartete. Um diese nur ja nicht zu verpassen, entfernte sie sich nie außer Sichtweite des Tierheims. Angesichts dieses anhänglichen Verhaltens tut es uns in der Seele weh, dass wir Fissy nicht verständlich machen können, dass ihre Besitzer nie mehr kommen werden. Diese haben ihre Treue gar nicht verdient?

Inzwischen hat sich Fissy gottseidank schon etwas besser eingewöhnt, auch wenn sie immer noch leidet. Aber wenigstens frisst sie wieder und ihre täglichen Spaziergänge führen sie täglich ein kleines Stückchen weiter vom Tierheim weg. Wir hoffen, dass sie sich bald ganz damit abgefunden haben wird, dass ihre Menschen nie mehr kommen werden.

Für die anhängliche Fissy wäre es immens wichtig, schnell wieder in einer eigenen Familie aufgenommen zu werden, denn sie ist im Tierheim kreuzunglücklich und sehnt sich nach Geborgenheit und ihrem gewohnten täglichen Rhythmus. Leider hat unsere Madame jedoch keinen ganz einfachen Charakter, so dass wir ganz bestimmte Menschen für sie suchen. Diese sollten Hundeerfahrung mitbringen, das richtige Fingerspitzengefühl haben und Fissy ihre Grenzen aufzeigen können.

In der Tat sind Tibet Terrier ja oftmals für ihren eigenwilligen Charakter bekannt. Auch Fissy scheint diesen geerbt zu haben. Sie hat zwei Gesichter: Wenn alles nach ihrem Kopf geht, ist sie der liebste Hund auf der Welt. Sie schmust dann wie verrückt, schmiegt sich an ihre Menschen, tanzt um sie herum und macht die ulkigsten Verrenkungen, um zum Spielen aufzufordern. Ihre Spezialität ist es, auf dem Boden entlang zu robben. Dann strahlen ihre Augen nur so vor Glück und sie wirkt wie ein kuschelweiches Wollknäuel, das man einfach drücken und lieb haben muss.

Aber Fissy kann auch anders. Wenn ihr etwas total gegen den Strich geht, werden ihre Augen hart, der Körper steif, sie knurrt und würde auch schnappen, wenn man sie in diesem Moment anfasst. Wenn man sie als goldige Knutschkugel kennt, kann man diese Verwandlung kaum glauben. Gottseidank kommt diese Seite nur selten zum Vorschein, aber sie existiert. Madame hat eben definitiv ihren eigenen Kopf.

Daher kommen für Fissy nur hundeerfahrene Menschen ohne Kinder in Frage. Sie sollten eine natürliche Autorität ausstrahlen und Fissy ruhig, konsequent und souverän, aber auch liebevoll führen können. Fissy muss lernen, dass es eben nicht immer nach ihrem Kopf gehen kann und dass es auch für sie Grenzen gibt.

Gleichzeitig soll sie aber auch das Gefühl bekommen, dass sie sich auf ihre Menschen verlassen kann und dass diese alles für sie regeln, so dass sie ihnen blind vertrauen kann und nicht selbst das Szepter in die Hand nehmen muss. Fissy braucht einen beständigen Tagesablauf mit festen Ritualen, die ihr Sicherheit geben. Sie braucht viel Liebe, Zärtlichkeit und Geborgenheit.

Fissy ist ein eher ruhiger Hund. Sie braucht keine Marathonmärsche oder Fahrradtouren, um ausgelastet zu sein, und auch wenn sie ab und zu gerne spielt und herumtollt, stellt sie in Punkto Auslauf und Bewegung keine allzu hohen Anforderungen an ihre Besitzer. Auch Agility & Co sind eher nicht ihr Ding. Mit normalen Spaziergängen gibt sie sich völlig zufrieden.

Im Haus ist Fissy superbrav. Sie ist stubenrein, macht nichts kaputt und kann auch mehrere Stunden allein bleiben, ohne etwas anzustellen. Auch Autofahren ist kein Problem für sie.

Bei anderen Hunden lässt sie gerne mal die Zicke raushängen. Daher würden wir sie lieber als Einzelhund vermitteln. Eventuell würde sie sich aber mit Katzen vertragen.

Fissys langes Wuschelfell braucht natürlich regelmäßige Pflege, um nicht zu verfilzen. Auch empfiehlt es sich, sie einmal im Jahr (im Sommer) zu scheren.

Ganz einfach wird es nicht sein, die richtigen Menschen für unser eigenwilliges Persönchen zu finden, auch wenn Fissy im Normalfall zuckersüß ist. Dabei würde die Wuscheldame lieber heute als morgen das Tierheim verlassen. Wenn Sie Interesse haben und ihr Dickkopf noch größer als der von Fissy ist, würden wir uns sehr über eine Kontaktaufnahme freuen! Wir möchten Fissy endlich wieder glücklich sehen!



 

 

 

Kontakt

Katrin Meserth - Tierschutzverein Kronach - tsvkc@gmx.de - 96317 Kronach, DE - Tel.: 09261 / 20111

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