Terrier.de – Welpenreport (aktualisiert 05.05.2021)

Woche 5

„Was für ein Wunder der Natur … ich bin immer wieder aufs Neue überrascht, wie schnell das alles geht“ schreibt Matthias in der WhatsApp Gruppe der zukünftigen Welpenbesitzer…

Zwischen zwei und drei Kilo sind unsere vier Irish Welpen inzwischen schwer – aktuell gewogen am 4.5. – und schon recht aktiv, wie ihr auf den Fotos erkennen könnt. Es ist eine spannende Woche, in der es für den Züchter heißt angemessen zu reagieren und behutsam auf das Verhalten der Welpen Einfluss zu nehmen. Dem Welpen seine Erfahrungen machen zu lassen – eine Gradwanderung – behüten, anleiten, laufen lassen und eigene Erfahrungen erleben lassen. Das Beste, das den Welpen passieren kann ist es, selbst aus eigenem Antrieb eine unbekannte Situation gemeistert zu haben.

Meine Lieblingswoche – es ist ungeheuer spannend unsere Welpen in dieser Woche zu begleiten. Auch nach 20 Jahren finde ich es faszinierend, den Welpen zuzuschauen, sie zu unterstützen, sie einfach mal probieren lassen. In die verdutzten Gesichtchen zu schauen, wenn sie zum ersten Mal ihren Bruder und ihre Schwester bewusst wahrnehmen. Wie sie mir in die Augen schauen, wenn ich etwas sage oder sie auf dem Arm habe. Die kleinen, schwarzen, strahlenden Augen. Wie „schwarze Diamanten“. Diese Augen suchen unser Gesicht, fixieren und erkennen und setzten es in Erfahrung um. Einfach nur toll.

Das bewusste Erkennen und die daraus resultierenden Handlungen sind in dieser Woche besonders bemerkenswert.

Fähigkeiten wie

  • ihre „Artgenossen“, ihre Geschwister zu erkennen
  • die Menschen als artfremd zu erkennen und ihnen trotzdem grenzenlos zu vertrauen
  • sie kategorisieren bereits
  • die Welpen zeigen bereits Emotionen
  • es werden soziale Beziehungen aufgebaut
  • es wird sozial gelernt
  • die Welpen beginnen zu manipulieren durch Kommunikation
  • und man glaubt es kaum, sie planen bereits ihr Vorgehen.

Auch eine typische Situation in dieser Woche:

Wir waren im Garten, die Kleinen liefen völlig unbeschwert über den Rasen und plumps waren zwei im Bottich. Mein Mann und ich sind ruhig mit der Situation umgegangen. Geschaut, wie reagieren die Welpen, Panik ??. Unsere Zwei waren völlig überrascht und sind dann stolz durch das Wasser gestampft. Erfahrung: Wasser war neu – aber ich habe es geschafft. War gar nicht schlimm. Dann kam das Verwöhnprogramm, schön warmrubbeln und wieder absetzten. Die beiden anderen haben sofort geschnuppert und mit hoch erhobener Rute wurde weitermarschiert. Nichts passiert.

Mit solchen Erfahrungen lernen die Welpen die sogenannte Dritte Ebene kennen. Bisher verlief ihr Leben immer horizontal, nur so kann man natürlich Treppen u.v.m. nicht bewältigen. Die Natur hat nur ein ganz kurzes Zeitfenster vorgesehen, zum Erkennen und Erlernen, dass es eben nicht nur horizontal zu geht auf der Welt. Es kommt noch hoch und tief dazu. Siehe das Reinplumpsen in den Bottich. Die Welpen haben die Bottichkante nicht erkannt und sind weitergelaufen. Ja sie haben noch nicht mal hochgeschaut, weil „Hoch“ im Gehirn noch nicht vorkam.

Nun – seit Woche 5 – gibt es ein Hoch und ein Tief. Sie waren „Treppenlaufen“, sind runtergeplumpst, haben erkannt, dass sie unten waren. Umgedreht und wieder rauf. Das lehrt Lernen – positives Lernen – erfolgreiches Lernen. „ Ich kann das Lernen- ich bin super im Lernen.“

Ein riesiger Schritt auf der kognitiven Straßenkarte in den kleinen Welpenköpfchen. (siehe dazu auch das Beispiel „Strassenkarte“ in unserem Welpenreport Woche 3)

In Woche 6 werden die Fähigkeiten weiter gefestigt und die Kleinen werden immer mobiler und mutiger. Wir werden wieder berichten und euch dann auch die zukünftigen Welpenbesitzer vorstellen.

Vorherige Folgen unseres Welpenreports

Unsere „Wurfkiste“ steht diesmal in Merzen. Dort gibt es Nachwuchs bei den Irish Terriern vom Haseland.

Wir möchten Mutter Käthe begleiten und euch in den Wochen nach der Geburt der Welpen bis zur Abgabe zeigen, was in den ersten Lebenswoche der Welpen passiert, wie die Züchter die Kleinen auf das Leben in ihren zukünftigen Familien vorbereiten und was es bedeutet, einen „gesunden, verhaltenssicheren und sozialisierten Welpen“ von einem erfahrenen Züchter zu bekommen.

Susann und Helmut Gielians züchten seit 2002 und es ist ihr 44. Irish Wurf. Also sehr erfahrene Züchter und die nächsten Wochen bis zur Abgabe der Welpen werden sicher sehr informativ.

Bei einer VDH/KfT-Rassehundezucht, muss jeder Wurf mit dem gleichen Buchstaben beginnen.

Wir haben uns damals entschlossen alphabetisch vorzugehen und sind nun im Jahr 2021, bereits einmal durch das Alphabet und bei dem Buchstaben S. Intern heißt der Wurf damit S2-Wurf. Einen Wurfnamen, also einen dem Welpennamen vorangestellten Namen haben wir noch nicht. Den finden wir im Laufe der Aufzuchtzeit mit den zukünftigen Welpenbesitzer -Leute

Die Eltern

 

Nezhnoye Plamya Shammi Käthe of Haseland
Jameson Grobi vom Haseland

Die zukünftigen Eltern sind Nezhnoye Plamya Shammi Käthe of Haseland (links im Bild) und Vater Jameson Grobi vom Haseland (rechtes Foto). Die „Hochzeit“ fand, wie es sich für Irish Terrier vom Haseland gehört,  an der Hase statt. Zwei Treffen gab es, am 29. und 31. Januar, und am 26. Februar wurde beim Ultraschall festgestellt, dass es 4 neue Haseländer geben wird. Dann hies es warten (wie wir inzwischen wissen 61 Tage lang) und sich pflegen und verwöhnen lassen.

Bei der Auswahl der Eltern ist der Stammbaum sehr wichtig. Er geht fünf Generationen zurück und dokumentiert, dass auch die Vorfahren von den Züchtern gewissenhaft ausgewählt wurden. Dazu gehört viel Erfahrung und viel Fachwissen, das alle Züchter vor ihrer Zuchtzulassung im Klub für Terrier nachweisen müssen. So werden die Eigenschaften und der Charakter der Rasse erhalten und die Gefahr von rassetypischen Krankheiten minimiert. In der Züchtersprache heisst das:

„Beide Elternteile sind Corny Feet frei (N/N); beide Eltern machen regelmässig Cystinurie Tests und sind nicht erkrankt.“

 

Der Geburtstag

 

ein kleiner Irish wird geboren
bei Mama eingekuschelt

4 kleine Irish Terrier sind geboren !!

In der Nacht vom 30.3. auf den 31.3.2021 kündigten sich die Wehen an und es sollte eine für alle recht anstrengende Nacht werden. Die Wehen dauerten schon sehr lange und endlich um 6.44 Uhr wurde der erste Welpe geboren. Recht schnell dahinter kann Welpen Nummer 2, um 6.59 Uhr.

Nun war auch klar, warum es so lange gedauert hatte:

„Die Welpen hatten ein Geburtsgewicht von 393 und 396 Gramm. Das normale Geburtsgewicht schwankt in der Regel um 250-300 Gramm. Somit hatte Käthe viel zu tun, um diese Welpen zu gebären.

Mit der Plazenta und Welpe kommt bei der Geburt ein Paket von ca. 800 Gramm durch den Geburtskanal. Eine Mordsarbeit für die Mutterhündin.“

Leider ging es nicht weiter. Die Zeit verging, nichts passierte. So langsam kamen Bedenken und die Wehen wurden auch schwächer.

„Um 9.00 Uhr haben wir dann den Tierarzt angerufen und sind dann sofort zu ihm gefahren. Ich wollte wissen, ob ein Welpe den Ausgang versperrte. Und Käthe wurde langsam schwächer. Das Röntgen ergab noch zwei Welpen und der darauffolgende Ultraschall zeigte, dass beide lebten.

Käthe bekam ein Schmerzmittel, wurde ruhiger und schlief ein.

„Um 10.00 Uhr begannen die Presswehen wieder und um 10.55 Uhr kam dann der dritte Welpe, lebend und gesund. Wieder recht groß, mit 382 Gramm. Dann wieder eine lange Pause und um 12.40 kam dann endlich Welpe Nummer 4 mit einem Gewicht von 386 Gramm.“

Alle Welpen sind gesund und munter auf die Welt gekommen. Sie sind sofort und ohne Hilfe an die Zitzen gerobbt und haben getrunken. Um ca. 13.00 Uhr sind dann alle sauber und satt in die frische Wurfkiste umgezogen, haben sich zusammen gekuschelt und sich von der anstrengenden Nacht ausgeruht.

Susann: „Es war für alle eine recht anstrengende Nacht, in der in meinem Kopf so ziemlich alles ablief was man sich nur vorstellen konnte.“

Woche 1
Welpen werden täglich gewogen
Interessierte Mama beim täglichen Training

Unsere vier kleinen Irish Terrier sind nun eine Woche alt. Sie haben zur Unterscheidung farbige Halsbändchen um und sie haben trotz des hohen Geburtsgewicht bereits ihr Gewicht verdoppelt. Das tägliche Wiegen wird in der Gewichtstabelle dokumentiert.

Bereits direkt nach der Geburt beginnt die Entwicklung der Welpen. Die ersten Wochen sind von großer Bedeutung. Eine sensible Phase, in der die Welpen besonders empfänglich sind für den Erwerb von zukünftigen Verhaltensweisen.

Während dieser Zeit gemachte Erfahrungen und wahrgenommene Reize wirken besonders nachhaltig auf das spätere Verhalten. Werden dies Erfahrungen in diesen Phasen nicht gemacht, können sie später nur weit schwieriger und langwieriger nachgeholt werden.

Auch wenn Augen und Ohren der Welpen in den ersten Tagen noch geschlossen sind,

„wir glauben, dass die Welpen dennoch bereits ihre Umwelt wahrnehmen. Und wir als Züchter können mit frühzeitiger, nicht überfordernder Stimulation positiven Einfluss auf das sensible Zentralnervensystem nehmen. Jedes Festhalten, jede Berührung durch den Züchter hat einen Effekt – wir als Züchter haben es wortwörtlich in der Hand, was aus unseren Welpen wird „

Neben dem täglichen Wiegen und mehrmaligen Kontrollieren der Welpen gibt es daher fünf kleine Übungen, jede nur wenige Sekunden lang. Sie sind in das tägliche Programm integriert und trainieren das Nervensystem:

  • Taktile Stimulation, mit einem Wattestäbchen berührt man den Welpen zwischen den Zehen an beliebigen Pfötchen
  • Aufrechte Kopfhaltung, der Welpen wird von uns mit beiden Händen genau senkrecht mit dem Kopf nach oben und Rute nach unten gehalten
  • Kopf nach unten, der Welpen wird mit beiden Händen sicher Gehalten und nun drehen wir den Welpen senkrecht mit dem Kopf nach unten, so dass die Rute nach oben zeigt
  • Rückenlage, wir halten den Welpen so in den Händen, dass dessen Rücken in den Handflächen parallel zum Boden liegt. Die kleine Schnauze nach oben.
  • Thermostimulation, wir stellen den Welpen mit allen Pfötchen auf ein feuchtes Tuch. Das Tuch haben wir für 5 Minuten in den Kühlschrank gelegt.

Diese Übungen bringen das Nervensystem dazu, bereits sehr früh auf kontrolliertem Stress zu reagieren. Dies wirkt sich insgesamt positiv auf die Stresstoleranz aus.

Ein sehenswertes Video einer Trainingseinheit mit Susann und einem Welpen gibt es aktuell in unserer Instagram Story auf https://www.instagram.com/terrier.de/

„Interessiert verfolgt Käthe unser Tun. Am ersten Tag war Käthe nicht so begeistert, nun schaut sie interessiert zu, beleckt die Welpen im Anschluss. Und wenn wir fertig sind, kuschelt sich unsere kleine Familie zum Kontaktliegen und schlafen zurück.“

Das tägliche Kuscheln und das tägliche Training sind ein wichtiger Beitrag, den der Züchter zur späteren Bindungsfähigkeit seiner Welpen leistet. Es steigert das Wohlbefinden und verknüpft positive Gefühle zum Menschen. Man beginnt damit direkt nach der Geburt.

„Wir nehmen die Welpen regelmäßig aus dem Nest, halten ihn an unseren Körper und damit auch warm. Wenn möglich immer mit direktem Hauskontakt nicht nur Pullover. Auch hier verschaffen wir uns einen Zugang zum Gehirn. Der Welpe spürt von Anfang an unsere Wärme und den Geruch. Und die gleiche Sicherheit wie bei der Mama und den Geschwistern.“

 

Woche 2

In der 2. Woche steht die Bindung der Welpen zum Menschen im Vordergrund. Der wichtigste Beitrag, den der Züchter zur späteren Bindungsfähigkeit seiner Welpen leistet, ist es von Anfang an Wohlbefinden und positive Gefühle mit dem Menschen zu verknüpfen.

Das Erste, was wir morgens nach dem Aufstehen machen, ist bei den Welpen vorbei zu schauen. Nachts sind die Welpen in Hörweite, Mama Käthe wandert zwischen Welpennest und unserem Bett hin und her.

Mein Mann steht als erster auf, die beiden großen Hunde Käthe und Rieke werden zum Lösen rausgelassen, der erste Kaffee und dann geht’s an die Wurfkiste. Die Unterlagen werden gewechselt, mit den Welpen gekuschelt und Mutter Käthe überprüft (Zitzen weich und nicht erhitzt?).

Dann stehe ich auf, schaue bei den Welpen vorbei, kuschle, nehme sie hoch, drehe sie mal, kitzle ein wenig ..

Davon haben wir auch zwei Videos für euch:

Bei vielen Züchtern werden Mutterhündin und Welpen in den ersten zwei Wochen möglichst wenig gestört. Abgesehen vom regelmäßigen Wiegen werden die Welpen dort in Ruhe gelassen. Vielleicht weil man meint, dass die Welpen die Umwelt noch nicht wahrnehmen, da Augen und Ohren ja noch geschlossen sind.

Wir sind der Meinung, dass die Welpen sehr wohl bereits die Umwelt wahrnehmen.

Unsere Welpen wachsen in unserer unmittelbaren Nähe auf. Die Wurfkiste steht bei mir im Arbeitszimmer mit direktem Zugang zum Garten. Hier halte ich mich viele Stunden am Tag auf. Das Telefon geht, der Staubsauger, Radio ist mal an, mal aus.

Die Umgebungstemperatur ist nicht gleichbleibend, entgegen der Ratschläge aus den einschlägigen Büchern. Es entstehen z.B.  Temperaturunterschiede durch die geöffnete Terrassentür.  Aber wir haben noch nie eine Rotlichtlampe verwendet. Die Welpen finden selbständig eine Lösung.  Sie kuscheln sich zusammen oder suchen die Mutter, ein positiver Lerneffekt.

In den ersten Wochen verbringen die Welpen fast den ganzen Tag aneinander gekuschelt in der Wurfkiste. Sie haben ständig den Geruch der Geschwister und der Mutter in der Nase. Sie spüren deren Körperwärme. Käthe ist nicht nur eine Wärmequelle, sondern auch die lebenswichtige Nahrungsquelle. Sie bietet den Kleinen eine Kombination aus Wärme und Wohlgefühl und es ist wichtig, dass sie diese Gefühle diese Vertrautheit auch zu uns Menschen entwickeln.

Und dazu tragen auch die zukünftigen Welpenbesitzer bei.

Die dürfen uns gerne besuchen. Die Welpen sollen von Anfang an verschiedene Menschen kennenlernen. Dabei werden sie beschmust und nehmen unterschiedliche Gerüche wahr. Und natürlich passen wir auf, dass sich nicht zu viele Menschen um die Wurfkiste scharen.Wichtig ist ein ruhiges gegenseitiges Kennenlernen und ein ruhiger regelmäßiger Kontakt zu wechselnden Menschen.

Am Montag waren die ersten zukünftigen Welpenbesitzer zu Besuch  in Merzen. Obwohl die aktuelle Corona Situation einige Beschränkungen auferlegt, zeigen die Fotos, dass diese Besuche für beide Seiten angenehm und wichtig sind. Siehe dazu auch den Kommentar von Saskia am Ende dieses Welpenreports.

Auch der Zuchtwart des Klub für Terrier (KfT) war in dieser Woche in Merzen und hat sich die vier kleinen Irish Terrier angeschaut.

Zuchtwarte erfüllen eine wichtige Aufgabe im Zuchtgeschehen des KfT. Sie haben selbst große Erfahrung als Züchter, umfangreiche Kenntnisse der im Klub für Terrier geführten Rassen und vor allem auch Sachkunde auf dem Gebiet der Genetik, der Fortpflanzungsbiologie und der Welpenaufzucht. Sie stehen den Züchtern mit Rat und Tat zur Seite und haben auch eine wichtige Kontrollfunktion im KfT.

Wer mehr über die Zuchtwarte im KfT wissen möchte – hier der Link zur Zuchtwartordnung.

Woche 3



Es ist sehr viel passiert in der dritten Lebenswoche unserer vier kleinen Irish Terrier.

Die Augen haben sich vollständig geöffnet. Das dauert 2-4 Tage. In dieser Zeit wird der Raum etwas abgedunkelt, damit sich die Augen langsam an das Licht gewöhnen. Die Welpen sehen erst mal nur schwarz/weiß, später kommen nach und nach die Farben dazu.

Die Ohrmuscheln bilden sich. Die Welpen bewegen ihren Kopf in Richtung von Geräuschen. Es sollte eine leise Geräuschkulisse herrschen und es wird auch immer mehr mit den Welpen gesprochen.

Das Interesse an der Umwelt wird immer größer. Auf ihren kleinen Beinchen erobern die Welpen ihre Welt. Sie stemmen sich hoch, üben das Aufstehen, die ersten unsicheren Schritte, Hinfallen, Aufstehen, immer wieder. Am Ende der Woche können sie bereits ihre Wurfkiste verlassen, auf schon recht sicheren Beinchen.

Sie lösen sich (machen ihr kleines Geschäft) auch schon außerhalb der Wurfkiste. Die ersten Tage hat Käthe die Wurfkiste sauber gehalten, aber nun verlassen die Kleinen schon mehr oder weniger gezielt die Wurfkiste um sich zu lösen.

Wir versuchen dem Welpen bereits jetzt ihren Platz zum Lösen zu zeigen mit Papiereinlagen auf einem Rahmen. Jeder Züchter hat dazu seine Methode, z.B. Kunstrasen, u.v.m.; Zeitung ist nicht geeignet.

Die kleinen Welpen nehmen zwar nun täglich weniger zu, aber durch die zunehmende Mobilität ist ihr Energiebedarf hoch und vor allem für Mutter Käthe ist es eine Woche der Hochleistung. Sie bekommt drei sehr reichhaltige Mahlzeiten am Tag.

Wir ernähren in der Regel mit einer sogenannten Frischfleischfütterung. Wir stellen das Futter selbst zusammen, u.a. Fleisch und Gemüse, ausgerichtet am Bedarf der Welpen. Das kann – und muss – man berechnen, denn ein zu wenig ist ebenso falsch wie ein zu viel.

Bereits am Ende der zweiten Woche hat sich Besuch angesagt. Zur üblichen Wurfhygiene kommt in diesem Jahr wichtige Corona Hygiene. Besucher und Züchter sind alle vor dem Besuch getestet.

Die Welpen liegen auf einer unterfütterten großen Decke. Einmal, weil die Besucher so alles besser sehen können, zum anderem weil die Welpen vor der Bodenkälte geschützt sind und sie auf der Decke besser „laufen“ können als auf glattem Boden. Mutter Käthe ist selbstverständlich immer dabei, passt auf und lässt sich ebenfalls durch die Besucher verwöhnen. Und manchmal erkennt man das allen Irishfreunden so bekannte „zufriedene Lächeln“ bei Käthe.

Es ist nun die Zeit der Sozialisierungsphase. Die Gehirnentwicklung der Welpen läuft auf Hochtouren. Die positiven Erfahrungen der nächsten Wochen entscheiden darüber, welche neuronalen Verbindungen im kleinen Welpengehirn aufgebaut werden. Jede Lernerfahrung, jede ablaufende Informationsverarbeitung trägt zu diesem Prozess bei. Die Welpen werden aktiv, sie wollen und sie müssen ihre Umwelt erkunden. Sie sind lernbegierig und neugierig. Nun benötigen die Welpen auch ausreichend Gelegenheit dazu, Beziehungen aufzubauen und ihr natürliches Interesse am Menschen und ihrer Umgebung auszuleben. Sie genießen den Kontakt, das Streicheln, das leise Reden der Menschen. Sie kuscheln sich gerne an, schlafen dabei ein. Nach einer recht kurzen Zeitspanne kommen sie wieder in ihr Welpennest und verbinden die neuen Erfahrungen im Schlaf zu neuen neuronalen Verbindungen im Gehirn.

Susann erklärt uns anhand eines Beispiels:

Stellt euch das Gehirn der Welpen wie eine leere Straßenkarte von Deutschland vor. Direkt nach der Geburt wird die A1 angelegt – „Saugen und Schlafen und Mama“. Bereits kurz danach werden weitere Autobahnen angelegt. Jede Erfahrung, jede Information erweitert das Strassennetz und es ist wichtig dieses Netz mit „positiven“ Straßen zu füllen.

Der Züchter und seine Familie sind die ersten die diese Landkarte füllen. Alle Autobahnen sollten mit positiven Erfahrungen belegt werden. Diese Autobahnen sind es, die ein Hunde später bei neuen Erfahrungen zu Rate zieht. Sind sie positiv, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die neue Erfahrung unter diesem Gesichtspunkt angelegt wird. Im Laufe des Lebens wird die Landkarte ergänzt, bis hin zum kleinen Waldweg.

Je mehr sich positive Reize auf den Autobahnen, Bundesstraßen etabliert haben umso besser kommt unser Irish im Leben zurecht. Umso besser kann er dann auch mal mit negativen Situationen oder Stress klarkommen. Er hat immer die Möglichkeit auf eine der positiven Autobahnen auszuweichen.

Füllen wir die neuronale Straßenkarte bei den kleinen Welpen mit positiven Erfahrungen – so lernen sie mit Negativen besser umzugehen. Sie sollen aufgeschlossen dafür sein, sich neuen Herausforderungen zu stellen, weil sie durch die bisherigen Erfahrungen erwarten, dass sie gut ausgehen.

Während der nächsten Wochen werden die Welpen weiter nach und nach andere Menschen kennen lernen, Erwachsene, Kinder, laute und leise, unsere anderen Hunde, Besucherhunde. Wir werden unterwegs sein, werden Wald und Wiese kennen lernen das Autofahren, werden in andere Wohnungen gehen, ins Dorf, in Geschäfte, wo es erlaubt ist u.v.m. – und wir von Terrier.de werden in unserem Welpenreport weiter davon berichten.

Woche 4


Irish Terrier Welpen

Die vier kleinen Irish Terrier befinden sich nun in der Übergangsphase vom Neugeborenen zum jugendlichen Welpen. Sie können inzwischen sehr gut sehen. Anfangs hatten wir abgedunkelt und langsam lassen wir mehr Licht an die Augen.

Die Welpen sehen erst mal nur schwarz/weiß. Unbemerkt von uns Menschen kommen die Farben dazu. Allerdings haben sie eine Rot/Grün Schwäche, daher sind erste Spielzeuge in Blau/Gelb besser zu erkennen.

Auch das Laufen klappt immer besser. Anfangs robbten sie nur zur „Milchbar“ von Mutter Käthe, dann verließen sie auf wackeligen Beinen die Wurfkiste um sich außerhalb zu lösen und heute – es ist Tag 26 – können sie schon recht gut laufen.

Irgendwann zwischen dem 12. und 23. Tag – eine recht lange Zeitspanne – beginnt erst unbemerkt das Hören. Anfangs merkt man, dass sie die Köpfchen in Richtung von Geräuschen legen.

Seit Anbeginn unserer Zucht, klatschen wir in die Hände, wenn wir unsere Welpen anlocken möchten. Zuerst nur, damit sie auf uns zu robben, später dann, wenn sie sich weiter von uns weg bewegen um sie aus allen Ecken unserer Wohnung und aus dem Garten zu uns zu rufen.

Immer wieder ärgere ich mit dem Händeklatschen unsere Welpenleute, wenn sie später zu Besuch kommen. Ganz stolz wird uns dann berichtet, daß die Welpen nur noch auf Ihre Stimmen hören, immer folgsam sind, nie zu anderen gehen usw. Ich klatsche in die Hände, schwub gehen die Köpfe hoch und alles kommt zu mir.

Das ist bei allen guten Züchtern so. Jeder Züchter macht etwas anderes, aber immer bleibt es ein Leben lang in den Köpfen unserer Welpen.

Mit der Öffnung der Gehörgänge sind verschiedene Verhaltensveränderungen verbunden, die für diese Übergangszeit charakteristisch sind:

  • Vorwärtskriechen
  • Vermehrtes Sitzen
  • Rückwärtskriechen
  • Stehverhalten

Alles noch recht unbeholfen, aber es wird von Tag zu Tag besser. Unermüdlich wird geübt, immer wieder und wieder, und manchmal, wenn es geklappt hat meint man Freude und auch ein wenig Stolz in den kleinen Welpengesichtern zu erkennen.

Sie beginnen damit ihr Fell zu pflegen, sitzen sich gegenüber und beknabbern sich – manchmal ärgere ich sie und spritze einen Tropfen Wasser aufs Fell, dann wird geschüttelt, geleckt und geputzt – und das geht immer besser.

Auch der Aktionsradius der Kleinen hat sich vergrößert. Sie werden immer mutiger und verlassen das direkte Umfeld er Wurfkiste. Das Welpengitter ist aufgestellt und Susann schläft auch nicht mehr neben der Wurfkiste, es reicht nun ein Babyfon Schlafzimmer. Wenn Besuch kommt geht es ins Wohnzimmer, immer eine rutschfeste Unterlage darunter, da der Boden noch zu glatt für die kleinen Beinchen ist. Alles wird neugierig erkundet. Wenn es in unbekanntes Gebiet geht, dann wird erst geschaut, ob Mama oder Susann in der Nähe ist, dann fühlt man sich sicher. Hier kommt wieder die neuronale Verknüpfung ins Spiel (ihr erinnert euch an die Infos dazu in Woche 3) – was vorher positiv war ist auch positiv verknüpft und Neues ist positiv und man geht neugierig darauf zu.

Inzwischen werden auch Bruder und Schwester erkannt – Schwanzwedeln, Knurren, erste Bellversuche. Die Zähnchen brechen durch, in der Regel zuerst die Eckzähne. Aber auch alle anderen sind unter der Kieferhaut zu erkennen. Die Krallen werden gekürzt (mit einer kleine  Babyschere) und mit einer weichen Bürste wird das Fell gekämmt.

Nach der allgemeinen Forschung könnte man in dieser Phase bereits mit der klassischen und operanten Konditionierung beginnen. Ich mag ja alles er- und begründen, aber in dieser Zeit lassen wir uns von den Welpen leiten. Wir lassen ihnen die Zeit, die sie brauchen und sehen wann sie zu welchen Dingen bereit sind.

Inzwischen waren auch alle zukünftigen Welpeneltern bei uns und es ist schön ihre strahlenden Gesichter zu sehen, wenn sie ihr „Baby“ zum ersten Mal sehen. Es gibt eine WhatsApp Gruppe über die sie von Susann täglich informiert werden, mit Text und Fotos und es ist doll zu lesen, wie interessiert sie sind und wie sie sich auf ihr zukünftiges neues Familienmitglied freuen.

Was bei der Auswahl der zukünftigen Besitzer wichtig ist erfahrt ihr nächste Woche in unserem Welpenreport.

Zum Schluss möchten wir auch noch an Mama Käthe denken. Auch für sie sind es anstrengende und kräftezehrende Wochen und deshalb braucht sie zwischendurch auch mal eine Auszeit, in der sie einfach nur mal Irish Terrier sein darf und Gelegenheit bekommt sich auszutoben – z.B. bei einem Spaziergang ohne „Kinder“ an der Hase.

Irish Terrier Mama Käthe beim Baden

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6 Kommentare
  1. Matthias
    Matthias sagte:

    Moin Moin, ich bin glücklich einer der neuen Welpenbesitzer zu sein! Das Fellknäuel wird für mich selbst zum Assistenzhund ausgebildet. Ich glaube bei den Genen wird alles sehr gut klappen. Danke auch an die Menscheneltern, die bis zur Abholung so gute Vorbereitungen für einen guten Start treffen werden. Wir freuen uns schon sehr auf den Racker ; – ) M. Golze

    Antworten
    • Peter
      Peter sagte:

      Hallo Matthias, es freut uns, dass sich ein zukünftiger Welpenbesitzer bei uns meldet. Es wäre schön, wenn wir den Weg der Welpen in ihre Familien auch ein Stück weit verfolgen dürften. Und das Thema Assistenzhund klingt zusätzlich sehr interessant. Viele Grüße und schöne Ostern !

      Antworten
  2. Matthias Golze
    Matthias Golze sagte:

    Hallo Peter, wir können gern den Einzug und die ersten Monate begleiten. Die Ausbildung erfolgt vollumfänglich mit ca. 12 Monaten. Skelett, Reizempfänglichkeit und Sinne sind dann zwar noch nicht zu 100% ausgeprägt aber man beginnt ja langsam. Herzlicher Gruß
    Matthias Golze

    Antworten
  3. Saskia
    Saskia sagte:

    Heute durften wir die kleinen Knöpfe kennenlernen und Besuchen. Käthe ist eine wundervolle Mama und die Welpen könnten nicht besser aufwachsen als bei Gielians. Wir sind sehr froh einen kleinen Schatz von ihnen zu bekommen und freuen uns schon sehr. Hier hat man echt alles, nicht nur einen tollen Welpen, sondern auch eine klasse Aufzucht und wunderbare Ansprechpartner. Wir könnten glücklicher mit unserer Wahl nicht sein!

    Antworten

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