Terrier.de – Welpenreport (aktualisiert 14.4.2021)

In der 2. Woche steht die Bindung der Welpen zum Menschen im Vordergrund. Der wichtigste Beitrag, den der Züchter zur späteren Bindungsfähigkeit seiner Welpen leistet, ist es von Anfang an Wohlbefinden und positive Gefühle mit dem Menschen zu verknüpfen.

Das Erste, was wir morgens nach dem Aufstehen machen, ist bei den Welpen vorbei zu schauen. Nachts sind die Welpen in Hörweite, Mama Käthe wandert zwischen Welpennest und unserem Bett hin und her.

Mein Mann steht als erster auf, die beiden großen Hunde Käthe und Rieke werden zum Lösen rausgelassen, der erste Kaffee und dann geht’s an die Wurfkiste. Die Unterlagen werden gewechselt, mit den Welpen gekuschelt und Mutter Käthe überprüft (Zitzen weich und nicht erhitzt?).

Dann stehe ich auf, schaue bei den Welpen vorbei, kuschle, nehme sie hoch, drehe sie mal, kitzle ein wenig ..

Davon haben wir auch zwei Videos für euch:

Bei vielen Züchtern werden Mutterhündin und Welpen in den ersten zwei Wochen möglichst wenig gestört. Abgesehen vom regelmäßigen Wiegen werden die Welpen dort in Ruhe gelassen. Vielleicht weil man meint, dass die Welpen die Umwelt noch nicht wahrnehmen, da Augen und Ohren ja noch geschlossen sind.

Wir sind der Meinung, dass die Welpen sehr wohl bereits die Umwelt wahrnehmen.

Unsere Welpen wachsen in unserer unmittelbaren Nähe auf. Die Wurfkiste steht bei mir im Arbeitszimmer mit direktem Zugang zum Garten. Hier halte ich mich viele Stunden am Tag auf. Das Telefon geht, der Staubsauger, Radio ist mal an, mal aus.

Die Umgebungstemperatur ist nicht gleichbleibend, entgegen der Ratschläge aus den einschlägigen Büchern. Es entstehen z.B.  Temperaturunterschiede durch die geöffnete Terrassentür.  Aber wir haben noch nie eine Rotlichtlampe verwendet. Die Welpen finden selbständig eine Lösung.  Sie kuscheln sich zusammen oder suchen die Mutter, ein positiver Lerneffekt.

In den ersten Wochen verbringen die Welpen fast den ganzen Tag aneinander gekuschelt in der Wurfkiste. Sie haben ständig den Geruch der Geschwister und der Mutter in der Nase. Sie spüren deren Körperwärme. Käthe ist nicht nur eine Wärmequelle, sondern auch die lebenswichtige Nahrungsquelle. Sie bietet den Kleinen eine Kombination aus Wärme und Wohlgefühl und es ist wichtig, dass sie diese Gefühle diese Vertrautheit auch zu uns Menschen entwickeln.

Und dazu tragen auch die zukünftigen Welpenbesitzer bei.

Die dürfen uns gerne besuchen. Die Welpen sollen von Anfang an verschiedene Menschen kennenlernen. Dabei werden sie beschmust und nehmen unterschiedliche Gerüche wahr. Und natürlich passen wir auf, dass sich nicht zu viele Menschen um die Wurfkiste scharen.Wichtig ist ein ruhiges gegenseitiges Kennenlernen und ein ruhiger regelmäßiger Kontakt zu wechselnden Menschen.

Am Montag waren die ersten zukünftigen Welpenbesitzer zu Besuch  in Merzen. Obwohl die aktuelle Corona Situation einige Beschränkungen auferlegt, zeigen die Fotos, dass diese Besuche für beide Seiten angenehm und wichtig sind. Siehe dazu auch den Kommentar von Saskia am Ende dieses Welpenreports.

Auch der Zuchtwart des Klub für Terrier (KfT) war in dieser Woche in Merzen und hat sich die vier kleinen Irish Terrier angeschaut.

Zuchtwarte erfüllen eine wichtige Aufgabe im Zuchtgeschehen des KfT. Sie haben selbst große Erfahrung als Züchter, umfangreiche Kenntnisse der im Klub für Terrier geführten Rassen und vor allem auch Sachkunde auf dem Gebiet der Genetik, der Fortpflanzungsbiologie und der Welpenaufzucht. Sie stehen den Züchtern mit Rat und Tat zur Seite und haben auch eine wichtige Kontrollfunktion im KfT.

Wer mehr über die Zuchtwarte im KfT wissen möchte – hier der Link zur Zuchtwartordnung.

Nächste Woche gibt es wieder neues von unseren kleinen Irish. Nachfolgend könnt ihr die vorangegangenen Folgen unseres Welpenreports lesen.

Vorherige Folgen unseres Welpenreports

Unsere „Wurfkiste“ steht diesmal in Merzen. Dort gibt es Nachwuchs bei den Irish Terriern vom Haseland.

Wir möchten Mutter Käthe begleiten und euch in den Wochen nach der Geburt der Welpen bis zur Abgabe zeigen, was in den ersten Lebenswoche der Welpen passiert, wie die Züchter die Kleinen auf das Leben in ihren zukünftigen Familien vorbereiten und was es bedeutet, einen „gesunden, verhaltenssicheren und sozialisierten Welpen“ von einem erfahrenen Züchter zu bekommen.

Susann und Helmut Gielians züchten seit 2002 und es ist ihr 44. Irish Wurf. Also sehr erfahrene Züchter und die nächsten Wochen bis zur Abgabe der Welpen werden sicher sehr informativ.

Bei einer VDH/KfT-Rassehundezucht, muss jeder Wurf mit dem gleichen Buchstaben beginnen.

Wir haben uns damals entschlossen alphabetisch vorzugehen und sind nun im Jahr 2021, bereits einmal durch das Alphabet und bei dem Buchstaben S. Intern heißt der Wurf damit S2-Wurf. Einen Wurfnamen, also einen dem Welpennamen vorangestellten Namen haben wir noch nicht. Den finden wir im Laufe der Aufzuchtzeit mit den zukünftigen Welpenbesitzer -Leute

Die Eltern

 

Nezhnoye Plamya Shammi Käthe of Haseland
Jameson Grobi vom Haseland

Die zukünftigen Eltern sind Nezhnoye Plamya Shammi Käthe of Haseland (links im Bild) und Vater Jameson Grobi vom Haseland (rechtes Foto). Die „Hochzeit“ fand, wie es sich für Irish Terrier vom Haseland gehört,  an der Hase statt. Zwei Treffen gab es, am 29. und 31. Januar, und am 26. Februar wurde beim Ultraschall festgestellt, dass es 4 neue Haseländer geben wird. Dann hies es warten (wie wir inzwischen wissen 61 Tage lang) und sich pflegen und verwöhnen lassen.

Bei der Auswahl der Eltern ist der Stammbaum sehr wichtig. Er geht fünf Generationen zurück und dokumentiert, dass auch die Vorfahren von den Züchtern gewissenhaft ausgewählt wurden. Dazu gehört viel Erfahrung und viel Fachwissen, das alle Züchter vor ihrer Zuchtzulassung im Klub für Terrier nachweisen müssen. So werden die Eigenschaften und der Charakter der Rasse erhalten und die Gefahr von rassetypischen Krankheiten minimiert. In der Züchtersprache heisst das:

„Beide Elternteile sind Corny Feet frei (N/N); beide Eltern machen regelmässig Cystinurie Tests und sind nicht erkrankt.“

 

Der Geburtstag

 

ein kleiner Irish wird geboren
bei Mama eingekuschelt

4 kleine Irish Terrier sind geboren !!

In der Nacht vom 30.3. auf den 31.3.2021 kündigten sich die Wehen an und es sollte eine für alle recht anstrengende Nacht werden. Die Wehen dauerten schon sehr lange und endlich um 6.44 Uhr wurde der erste Welpe geboren. Recht schnell dahinter kann Welpen Nummer 2, um 6.59 Uhr.

Nun war auch klar, warum es so lange gedauert hatte:

„Die Welpen hatten ein Geburtsgewicht von 393 und 396 Gramm. Das normale Geburtsgewicht schwankt in der Regel um 250-300 Gramm. Somit hatte Käthe viel zu tun, um diese Welpen zu gebären.

Mit der Plazenta und Welpe kommt bei der Geburt ein Paket von ca. 800 Gramm durch den Geburtskanal. Eine Mordsarbeit für die Mutterhündin.“

Leider ging es nicht weiter. Die Zeit verging, nichts passierte. So langsam kamen Bedenken und die Wehen wurden auch schwächer.

„Um 9.00 Uhr haben wir dann den Tierarzt angerufen und sind dann sofort zu ihm gefahren. Ich wollte wissen, ob ein Welpe den Ausgang versperrte. Und Käthe wurde langsam schwächer. Das Röntgen ergab noch zwei Welpen und der darauffolgende Ultraschall zeigte, dass beide lebten.

Käthe bekam ein Schmerzmittel, wurde ruhiger und schlief ein.

„Um 10.00 Uhr begannen die Presswehen wieder und um 10.55 Uhr kam dann der dritte Welpe, lebend und gesund. Wieder recht groß, mit 382 Gramm. Dann wieder eine lange Pause und um 12.40 kam dann endlich Welpe Nummer 4 mit einem Gewicht von 386 Gramm.“

Alle Welpen sind gesund und munter auf die Welt gekommen. Sie sind sofort und ohne Hilfe an die Zitzen gerobbt und haben getrunken. Um ca. 13.00 Uhr sind dann alle sauber und satt in die frische Wurfkiste umgezogen, haben sich zusammen gekuschelt und sich von der anstrengenden Nacht ausgeruht.

Susann: „Es war für alle eine recht anstrengende Nacht, in der in meinem Kopf so ziemlich alles ablief was man sich nur vorstellen konnte.“

Woche 1
Welpen werden täglich gewogen
Interessierte Mama beim täglichen Training

Unsere vier kleinen Irish Terrier sind nun eine Woche alt. Sie haben zur Unterscheidung farbige Halsbändchen um und sie haben trotz des hohen Geburtsgewicht bereits ihr Gewicht verdoppelt. Das tägliche Wiegen wird in der Gewichtstabelle dokumentiert.

Bereits direkt nach der Geburt beginnt die Entwicklung der Welpen. Die ersten Wochen sind von großer Bedeutung. Eine sensible Phase, in der die Welpen besonders empfänglich sind für den Erwerb von zukünftigen Verhaltensweisen.

Während dieser Zeit gemachte Erfahrungen und wahrgenommene Reize wirken besonders nachhaltig auf das spätere Verhalten. Werden dies Erfahrungen in diesen Phasen nicht gemacht, können sie später nur weit schwieriger und langwieriger nachgeholt werden.

Auch wenn Augen und Ohren der Welpen in den ersten Tagen noch geschlossen sind,

„wir glauben, dass die Welpen dennoch bereits ihre Umwelt wahrnehmen. Und wir als Züchter können mit frühzeitiger, nicht überfordernder Stimulation positiven Einfluss auf das sensible Zentralnervensystem nehmen. Jedes Festhalten, jede Berührung durch den Züchter hat einen Effekt – wir als Züchter haben es wortwörtlich in der Hand, was aus unseren Welpen wird „

Neben dem täglichen Wiegen und mehrmaligen Kontrollieren der Welpen gibt es daher fünf kleine Übungen, jede nur wenige Sekunden lang. Sie sind in das tägliche Programm integriert und trainieren das Nervensystem:

  • Taktile Stimulation, mit einem Wattestäbchen berührt man den Welpen zwischen den Zehen an beliebigen Pfötchen
  • Aufrechte Kopfhaltung, der Welpen wird von uns mit beiden Händen genau senkrecht mit dem Kopf nach oben und Rute nach unten gehalten
  • Kopf nach unten, der Welpen wird mit beiden Händen sicher Gehalten und nun drehen wir den Welpen senkrecht mit dem Kopf nach unten, so dass die Rute nach oben zeigt
  • Rückenlage, wir halten den Welpen so in den Händen, dass dessen Rücken in den Handflächen parallel zum Boden liegt. Die kleine Schnauze nach oben.
  • Thermostimulation, wir stellen den Welpen mit allen Pfötchen auf ein feuchtes Tuch. Das Tuch haben wir für 5 Minuten in den Kühlschrank gelegt.

Diese Übungen bringen das Nervensystem dazu, bereits sehr früh auf kontrolliertem Stress zu reagieren. Dies wirkt sich insgesamt positiv auf die Stresstoleranz aus.

Ein sehenswertes Video einer Trainingseinheit mit Susann und einem Welpen gibt es aktuell in unserer Instagram Story auf https://www.instagram.com/terrier.de/

„Interessiert verfolgt Käthe unser Tun. Am ersten Tag war Käthe nicht so begeistert, nun schaut sie interessiert zu, beleckt die Welpen im Anschluss. Und wenn wir fertig sind, kuschelt sich unsere kleine Familie zum Kontaktliegen und schlafen zurück.“

Das tägliche Kuscheln und das tägliche Training sind ein wichtiger Beitrag, den der Züchter zur späteren Bindungsfähigkeit seiner Welpen leistet. Es steigert das Wohlbefinden und verknüpft positive Gefühle zum Menschen. Man beginnt damit direkt nach der Geburt.

„Wir nehmen die Welpen regelmäßig aus dem Nest, halten ihn an unseren Körper und damit auch warm. Wenn möglich immer mit direktem Hauskontakt nicht nur Pullover. Auch hier verschaffen wir uns einen Zugang zum Gehirn. Der Welpe spürt von Anfang an unsere Wärme und den Geruch. Und die gleiche Sicherheit wie bei der Mama und den Geschwistern.“

 

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5 Kommentare
  1. Matthias
    Matthias sagte:

    Moin Moin, ich bin glücklich einer der neuen Welpenbesitzer zu sein! Das Fellknäuel wird für mich selbst zum Assistenzhund ausgebildet. Ich glaube bei den Genen wird alles sehr gut klappen. Danke auch an die Menscheneltern, die bis zur Abholung so gute Vorbereitungen für einen guten Start treffen werden. Wir freuen uns schon sehr auf den Racker ; – ) M. Golze

    Antworten
    • Peter
      Peter sagte:

      Hallo Matthias, es freut uns, dass sich ein zukünftiger Welpenbesitzer bei uns meldet. Es wäre schön, wenn wir den Weg der Welpen in ihre Familien auch ein Stück weit verfolgen dürften. Und das Thema Assistenzhund klingt zusätzlich sehr interessant. Viele Grüße und schöne Ostern !

      Antworten
  2. Matthias Golze
    Matthias Golze sagte:

    Hallo Peter, wir können gern den Einzug und die ersten Monate begleiten. Die Ausbildung erfolgt vollumfänglich mit ca. 12 Monaten. Skelett, Reizempfänglichkeit und Sinne sind dann zwar noch nicht zu 100% ausgeprägt aber man beginnt ja langsam. Herzlicher Gruß
    Matthias Golze

    Antworten
  3. Saskia
    Saskia sagte:

    Heute durften wir die kleinen Knöpfe kennenlernen und Besuchen. Käthe ist eine wundervolle Mama und die Welpen könnten nicht besser aufwachsen als bei Gielians. Wir sind sehr froh einen kleinen Schatz von ihnen zu bekommen und freuen uns schon sehr. Hier hat man echt alles, nicht nur einen tollen Welpen, sondern auch eine klasse Aufzucht und wunderbare Ansprechpartner. Wir könnten glücklicher mit unserer Wahl nicht sein!

    Antworten

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